Teil 1 – Nass in Nass
Als ich angefangen habe mit Aquarellfarben zu malen, habe ich zwar ganz viele wunderschöne Bilder gesehen: Blüten, lustige Tiere, Elfen & Wichtel…. Es gab auch viele kurze Tutorials dazu, aber nirgendwo sah ich, wie die Farbe an den Pinsel kommt. Brauche ich viel Farbe? Wieviel Wasser nehme ich? Und so waren meine ersten Bilder viel zu dick gemalt und überhaupt nicht leicht und zart.
Deshalb will ich dir hier ein paar grundlegende Tipps geben.
Der Wichtigste gleich zuerst: eines ist bei allen Aquarellfarben gleich – du brauchst Wasser und zwar viiiiiel Wasser! Und wenn du denkst, du hast schon viel Wasser, dann nimm noch etwas mehr. Aquarellfarben heißen nicht umsonst auch WaterColor.
Dann schnapp dir jetzt ein Blatt Aquarellpapier, einen guten Pinsel und zwei Gläser Wasser. Warum 2 Gläser Wasser? In einem wäscht du immer die alte Farbe aus dem Pinsel, aus dem anderen nimmst du frisches Wasser für eine neue Farbe.
Dann legen wir mal los. Probiere folgendes:
- Nimm einen größeren Pinsel (ab Gr. 8) und zeichne nur mit Wasser ein Herz auf’s Papier (wenn du nicht so der herzige Typ bist, geht natürlich auch ein Kreis oder Viereck).
- Denke daran: Nimm viel Wasser, soviel, dass auf dem Papier ein richtiger kleiner See entsteht.
- Nun tauche deinen Pinsel noch einmal vollständig ins Wasser.
- Achtung: das Wasser nicht abstreifen oder schütteln!
Sondern direkt mit dem nassen Pinsel in die Farbe deiner Wahl. - Mische die Farbe mit dem Wasser auf und gehe nun mit dem Pinsel direkt in dein Wasserherz -> und schon geht’s los. Die Farbe fließt, verteilt sich und macht quasi, was sie will. Obwohl – NEIN, nicht ganz. Denn dort, wo das Wasserherz endet, hält auch die Farbe an. Ist das nicht verrückt und zugleich genial?
- Willst du eine zweite Farbe dazu nehmen, dann wasche deinen Pinsel gründlich im Schmutzwasserglas aus und wiederhole das Ganze mit Wasser aus dem Frischwasserglas.
Probiere das Ganze mit verschiedenen Farben aus und schau, wie sie aussehen und ineinander verlaufen.
Am Ende weißt du auch, warum alle Aquarellkästen immer völlig verschmiert sind – haha.

Dieses Bild wurde zuerst grundiert, dann wurden Blüten und Blätter gemalt. Diese wurden mit viel Wasser verwischt – um sie dann erneut zu malen. So entsteht ein lebendiger Hintergrund und das Bild bekommt Tiefe.
Du möchtest noch mehr über Aquarellmaltechniken wissen?
Dann schau dir auch gleich den 2. Teil der Aquarellmaltechniken an.
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